FEUERWEHR EPPELBORN
Donnerstag, 23.11.2017 04:54
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Samstag, 02.09.2006
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Frank Recktenwald
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Großeinsatz an der Hierscheider Lochmühle

Vorschau
Mit Atemschutzgeräten mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr an der Jahreshauptübung in Hierscheid in ein verrauchtes Gebäude vordringen
Am 02. September 2006 ist ein trockener, warmer Samstag. Am Nachmittag kommt es aus bisher noch ungeklärter Ursache zu einer Explosion in einer Halle der Lochmühle, einem abseits gelegenen landwirtschaftlichen Anwesen im Eppelborner Ortsteil Hierscheid. In dem Gebäude, das als Lagerhalle für Landmaschinen und Getreide genutzt wird, befinden sich auch Silos mit ca. 26.000 Litern ammoniumnitrathaltigem Flüssigkunstdünger.

Als Alarm für die Männer und Frauen der Löschbezirke Hierscheid, Humes und Eppelborn ausgelöst wird, bereitet man sich im Löschbezirk Humes gerade auf eine gemeinsame Übung mit Einsatzkräften aus Dirmingen vor. Nach kurzer Rücksprache mit der Alarmzentrale in Neunkirchen rücken deshalb auch die Dirminger Kameraden mit zur Einsatzstelle aus.

Die Frau des Hofbesitzers will mit ihrem Wagen Hilfe holen. In einer unübersichtlichen Kurve der engen Zufahrtstraße des landwirtschaftlichen Anwesens kommt ihr das Löschfahrzeug des Löschbezirks Hierscheid entgegen. Bei ihrem Versuch, auszuweichen gerät sie in den unbefestigten Grünstreifen und verliert die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Auch der Fahrer des Löschfahrzeugs versucht noch auszuweichen, kann eine Kollision aber nicht mehr verhindern. Beim Zusammenprall werden die Fahrerin und mehrere Feuerwehrleute eingeklemmt und zum Teil schwer verletzt.

Als die nachfolgenden Einsatzkräfte zur Unfallstelle kommen und das Ausmaß des Unfalls realisieren, fordern sie umgehend weitere Kräfte zur Unterstützung an. Die Kreisalarmzentrale in Neunkirchen löst daraufhin auch Alarm für die restlichen Löschbezirke der Gemeinde Eppelborn aus. Zur Versorgung der Verletzten wird außerdem das DRK Humes-Hierscheid zur Einsatzstelle beordert.

Die Rettungsmaßnahmen

Mit der hydraulischen Rettungsschere werden die Dachholme durchtrennt, um das Fahrzeugdach abnehmen zu können
Aufgrund des Ausmaßes wird der Einsatz in vier Einsatzabschnitte unterteilt. Die Gesamteinsatzleitung übernimmt der als erstes am Brandobjekt eintreffende Gruppenführer aus dem Löschbezirk Dirmingen. Er hat nun die schwere Aufgabe, die Arbeiten an den einzelnen Einsatzabschnitten zu leiten und zu koordinieren.

Sofort rüsten sich Einsatzkräfte aus Dirmingen und Eppelborn mit Atemschutzgeräten aus, um in der brennenden Scheune nach dem immer noch vermissten Landwirt zu suchen. Doch der Weg durch das Scheunentor ist durch einen Traktor versperrt. Mit der Seilwinde des Rüstwagens muss das Hindernis erst aus dem Weg gezogen werden, damit die Einsatzkräfte in das Innere der Scheune vordringen können.

Während dessen beginnen die Feuerwehrleute aus Humes, Dirmingen und Bubach-Calmesweiler mit der Rettung der verletzten Feuerwehrmänner aus dem verunfallten Löschfahrzeug. Auch die Befreiung der in ihrem Wagen eingeklemmten Frau des Landwirts wird vorbereitet. Möglichst schonend wird die Frau aus ihrem Wagen befreit und dem DRK zur weiteren Versorgung übergeben.

Eine gerettete Person wird den Sanitätern des DRK zur weiteren Versorgung übergeben
Zur Wasserversorgung der Löscharbeiten steht in unmittelbarer Nähe ein Löschteich zur Verfügung. Dort wird ein Löschfahrzeug aus Bubach-Calmesweiler postiert, um mit einer Pumpe bis zu 1600 Liter Löschwasser pro Minute über zwei lange Schlauchleitungen zur Einsatzstelle zu fördern. Mit einer weiteren Pumpe wird auch aus einem Bach Löschwasser gefördert. Um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern, bekommen die Löschbezirke Habach, Wiesbach und Macherbach den Auftrag, mit mehreren Rohren die benachbarten Gebäude und einen angrenzenden Wald vor dem Feuer abzuschirmen.

Parallel zu den Arbeiten der Feuerwehr richten die inzwischen ebenfalls eingetroffenen Sanitäter des DRK-Ortsvereins Hierscheid-Humes einen Verbandplatz ein, um die große Anzahl von Verletzten medizinisch zu versorgen.

Wehrführer Hermann Josef Recktenwald war zufrieden mit der Leistung der rund 150 Feuerwehrfrauen und -männer: Alle gestellten Aufgaben konnten die Einsatzkräfte schnell und effizient lösen. Lediglich kleine Fehler wurden gemacht. Die sollen jetzt in einer Nachbesprechung zur Übung aufgearbeitet werden.