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Dienstag, 12.12.2017 13:06
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Samstag, 26.02.2000
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Frank Recktenwald
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Ersehntes Gerätehaus in greifbarer Nähe

Eppelborn (lh). "Heut war ein toller Tag für Wiesbach" , sagte sichtlich zufrieden der Wiesbacher Ortsvorsteher Richard Kleer im Rahmen eines Pressegespräches. Der Neubau des seit über zehn Jahren von der Feuerwehr ersehnten Gerätehauses rückt in greifbare Nähe. Und dieser Neubau ist Teil der Gesamtplanung der städtebaulichen Erweiterung des Ortskerns im Bereich des Outreauplatzes, der Kirchenstraße, Valeriusstraße und Kirche. Ortsvorsteher Richard Kleer dankte allen, insbesondere auch dem beim Gespräch anwesenden Feuerwehrmitglied Pastor Harald Winter für die gute Zusammenarbeit in der laufenden Konzeptionsphase.

Noch in diesem Jahr soll mit dem Abriss des bisherigen Geräteshauses, einem Gebäude, das Anfang der 50er Jahre errichtet wurde, begonnen werden. Bei der vorhandenen Gebäudekonstruktion handelt es sich um einen eingeschossigen Garagenbau mit einem seitlichen Sozialbereich, der nicht unterkellert ist. Durch die aufsteigende Feuchtigkeit kommt es zu Salpeterausblühungen und Ablösungen. Außerdem fehlt eine Wärmedämmung. Der Fußboden mit einem Beton und einem Oberbelag schützt nach heutigen Vorstellungen und Erkenntnissen nur mangelhaft gegen das Erdreich. Außerdem sei die Funktionalität, beispielsweise die zu geringe Durchfahrtshöhe für die Einsatzfahrzeuge, nicht gegeben, so Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz in seiner Eigenschaft als Chef der Verwaltung und der Wehr.

Denkbare notwendige Einzelmaßnahmen seien ein schlechter Kompromiss und zudem am Ende kaum billiger als ein gutdurchdachter und zukunftsträchtiger Neubau. Dies erläuterte Architekt Bernd Wirtz anhand von Planunterlagen. Bei der Gebäudekonzeption handele es um ein Garagengebäude mit seitlich angefügtem 2-geschossigem Sozialbereich. Der Dachraum über dem Garagenteil werde als Aufenthalts- und Besprechungsraum der Feuerwehr genutzt. Im Garagenteil (Quadratmeter) seien Stellplätze für drei Fahrzeuge vorgesehen. Daneben befände sich ein neuer Geräteraum (heute nicht vorhanden). Im Sozialbereich seien Umkleideräumlichkeiten für 60 männliche und fünf weibliche Personen, Sanitärräume sowie ein Funkraum eingeplant. Im Obergeschoss sind Lagerräume für die Jugendwehr und den Spielmannszug sowie ein Büroraum vorgesehen.

Auch aus städtebaulicher Sicht stelle der geplante Neubau eine Aufwertung gegenüber dem Jetztzustand dar. Die Gesamtkosten werden auf rund 1,4 Millionen Mark geschätzt. Davon will die Feuerwehr in Eigenleistung 170000 Mark aufbringen. Landeszuschüsse gäbe für solche Einzelmaßnahmen der Feuerwehr im Rahmen des Gesamtetats für die Feuerwehren in den Gemeinden nicht mehr, bemerkte Lutz. Nach intensiven Beratungen wolle man die Finanzierung auf zwei Haushaltsjahre verteilen. Mit der Wiesbacher Feuerwehr habe man Einvernehmlichkeit hergestellt. Für die bauliche Übergangsphase habe diese schon Überlegungen angestellt. Ex-Löschbezirksführer Günter Klein bestätigte dies. Die naheliegende Eberbachschule gäbe für eine geraume Zeit der Feuerwehr Obdach. Für den Fahrzeugpark werde man außerdem noch eine geeignete Halle anmieten, sobald der Zeitraum des Bauvorhabens konkreter absehbar sei.

Im Verlaufe der anschließenden Pressediskussion machte der Bürgermeister deutlich, dass vor dem Hintergrund der Finanzknappheit der Gemeinde viele Leistungen derselben auf den Prüfstand müssten. Jeder beziehungsweise jede Vereinigung oder Institution müsse sich auch eine Sichtweise ihres Interessenfeldes aus anderer Perspektive gefallen lassen und die Frage zulassen, ob alles im gewohnten Rahmen noch machbar beziehungsweise notwendig sei. Auch aus der Fragerunde kam die Frage in Sachen Feuerwehr auf, ob am Ende nicht auch eine Zwischenlösung im Bereich der Feuerwehren der Gemeinde denkbar und sinnvoll wäre. Derzeit würden, nicht zuletzt aus historisch gewachsenen Gründen (Gebietsreform) in allen Ortsteilen dezentral Einzelstützpunkte vorgehalten und unterhalten.

Die Aufgabenstellung der Feuerwehr sei auch, wie in den meisten Städten, zentral effektiv lösbar. Aber auch eine Kompromißlösung durch eine Reduzierung von kleineren Stützpunkten auf beispielsweise vier Feuerwehrzentren sei anzudenken. Doch kaum ein Kommunalpolitiker wagt eine solch heilige Kuh anzugehen, obwohl viele hinter vorgehaltener Hand dies für durchaus angemessen halten. Dennoch darf dieses Thema aus der Sicht der Steuerzahler nicht unter dem Teppich der Wahrheit gehalten werden.

Quelle: Saarbrücker Zeitung