FEUERWEHR EPPELBORN
Dienstag, 24.04.2018 12:40
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Samstag, 07.04.2001
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Frank Recktenwald
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Glück im Unglück: Steilhang wälzte sich auf Eppelborn zu

Eppelborn (lh). Eppelborn entging knapp einer kleinen Katastrophe: Der Steilhang östlich der Kirche St. Sebastian rauschte am Dienstagabend in den 25 Meter tiefer fließenden Wiesbach. Das Erdreich, völlig durchweicht von den Niederschlagsmengen der vergangenen Wochen, sowie mitgerissene Bäume drohten den Bach gefährlich zu stauen.

Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr des Löschbezirks Eppelborn arbeiteten bis in die Nachtstunden, um die Geröllmassen wegzuräumen. Sie verhinderten eine Überflutung der anliegenden Häuser und die Sperrung der Landstraße in Richtung Hierscheid und Humes. Anwohner in der Schlossstraße hatten die Feuerwehr bereits am späten Nachmittag über den Vorfall alarmiert.

Eine der Ursachen für das Abrutschen des Hanges war vermutlich die lange Regenperiode. Schon in früheren Jahren gab es ähnliche Vorkommnisse zu bekämpfen. Nicht schuldlos daran sind die Anlieger. Der Wiesbach, im Laufe der Jahre von den Anliegern immer mehr in die Enge getrieben, suchte sich zwangsläufig Platz und sägte ständig an der Fußsohle des Hanges, der inzwischen eine Neigung von bis zu 80 Grad aufweist. Jetzt ist guter Rat teuer.

Das Vorhaben der Kirchengemeinde - ihr gehört der Hang -, den Baumbestand in erheblichem Umfang zu reduzieren, um dem Hang das Gewicht zu nehmen, kommt zu spät. Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz sowie Vertreter der Kirchengemeinde und des Verwaltungsrates eilten vor Ort und sahen sich das betroffene Gebiet an. Hier wird eine hausgemachte Sünde von Generationen offenbar. Wenn die Recherchen der Heimatforscher zutreffen, dann bestand die Ortsmitte noch vor knapp 200 Jahren aus einer größeren Wasserfläche, in deren Mittelpunkt seit 1250 ein Wasserschloss existierte. Im Laufe der Zeit wuchs die Bebauung dann zu dem heutigen Wohnbereich heran.

Erst um 1930 wurde die alte Straßenverbindung zwischen Hierscheid und Eppelborn durch den ehemaligen Schlossbereich geführt und damit die Bebauungsfreude in diesem Raum noch gefördert. Heute sind zumindest alle Keller der dort tief liegenden Wohnungen von der Gnade des Wiesbaches abhängig. Welche Kraft dieser entwickeln kann, zeigte sich nach einem heftigen Sommergewitter im Jahr 1979, als innerhalb weniger Stunden das ansonsten friedliche Wässerchen zu einem reißenden Gebirgsbach wuchs. Man kann nicht auf Dauer die häufig dort auftretenden Wassermassen in eine kleine Bachrinne zwängen.

Die Feuerwehr hat in einer ersten Sofortmaßnahme eine mögliche Überflutung der Schlossstraße verhindert. Doch damit dürfte die Gemeinde erst am Anfang einer langen und auch teuren Geschichte sein. Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz hat als erste Maßnahme Fachleute beauftragt, die Situation zu prüfen und anschließend Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Allerdings sei jetzt zuerst einmal die Kirchengemeinde gefordert.

Quelle: Saarbrücker Zeitung