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Donnerstag, 04.07.2013
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Frank Recktenwald
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"Julisturm" hält Einsatzkräfte in Atem

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Hoch konzentriert wird zur Hochphase der Übung im Kreislagezentrum in Ottweiler gearbeitet (Foto: Bernhard Schäfer)
Landkreis Neunkirchen. Mit einer groß angelegten Planübung im Landkreis Neunkirchen wurde am Donnerstagabend die Zusammenarbeit zwischen dem Kreislagezentrum in Ottweiler und den kommunalen Lagezentren in den Kreiskommunen sowie der Rettungsleitstelle getestet. An der Übung "Julisturm" beteiligten sich über 240 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Deutschem Roten Kreuz (DRK) der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sowie dem Malteser-Hilfsdienst (MHD) aus dem gesamten Landkreis. Im Lagezentrum Ottweiler waren auch noch Fachberater der Bundeswehr und der saarländischen Polizei im Einsatz. In vielen Feuerwehr Gerätehäusern sowie den THW-Unterkünften im Landkreis arbeiteten motivierte Helfer die virtuellen Einsätze detailgetreu ab.

"Die Einsatzlage die wir vorbereitet haben ist durchaus real und kann uns so jederzeit treffen" erklärt Bernd Haubrich von der unteren Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Neunkirchen. Angenommen wurde ein Sturm mit Starkregen und heftigen Sturmböen, der sich schnell auf den ganzen Landkreis ausbreitete. Feuerwehren und das THW sind bereits im Einsatz, besorgte Bürger melden immer mehr Schadenstelle an die Rettungsleitstelle auf dem Winterberg.

Aufgrund der großen, sogenannten Flächenlage, nehmen die Lagezentren in den Gemeinden und das Kreislagezentrum in Ottweiler ihre Arbeit auf. Von nun an laufen die Hilfeersuchen nicht mehr direkt an die örtlichen Feuerwehren und die Hilfskräfte des THW, sondern werden zunächst gesichtet, ausgewertet und dann nach einer genauen Dokumentation an die Lagezentren in den Gemeinden weitergeleitet.

In dem großen Stabsraum wird konzentriert gearbeitet, im benachbarten Funkraum die Notrufe an die einzelnen Gemeinden verteilt. "Hier Leopold Kreis Neunkirchen: Leopold Schiffweiler übernehmen sie folgenden Einsatz: Wassereinbruch im Gewerbepark Klinkental, Elektroanlagen in Gefahr" so eine der über 300 Meldungen die an diesem spannenden Abend von den über 20 Mitarbeitern im Kreislagezentrum bearbeitet wurden.

Kurze Zeit später landet dieser Notruf auf dem Tisch der Sachbearbeiter im Gerätehaus Schiffweiler. Dort ist das Lagezentrum der Gemeinde Schiffweiler eingerichtet. Nun wird geprüft, welches Fahrzeug der Feuerwehr in der Gemeinde Schiffweiler frei ist und den Einsatz übernehmen kann.

Ausgedacht haben sich diese Einsatzmeldungen die Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) auf dem Saarbrücker Winterberg. "Auch in der Leitstelle werden diese Notrufe in das reale System eingearbeitet und wie ein echter Notruf bearbeitet", erklärt Alf Groß vom ZRF, der auf seinem Computer die Arbeit seiner Kollegen in der Leitstelle in Echtzeit verfolgen konnte.

"Wir wollen einen langfristigen Nutzen aus einer solchen Übung ziehen und Schwachstellen erkennen und beseitigen" erklärt Kreisbrandinspekteur Werner Thom, der als Leiter des Kreislagezentrums an diesem "Sturmtag" die Lage im Auge behalten müsste. Auch die Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider und der zuständige Dezernent für den Katastrophenschutz im Landkreis, Dominik Hunzicker, sowie der Bürgermeister von Ottweiler Holger Schäfer überzeugten sich von der Leistungsfähigkeit des Kreislagezentrums.

Thoms erstes Fazit nach der Übung: "Wir haben viele Erkenntnisse für die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Kreislagezentrum und den Lagezentren in den Gemeinden gewonnen".

Quelle: Bernhard Schäfer