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Samstag, 18.10.2008
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Frank Recktenwald
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Gemeinsame Übung von Feuerwehr und DRK am Raiffeisenmarkt in Wiesbach

Vorschau
In einer gemeinsamen Übung übten Feuerwehr und DRK in Wiesbach
Wiesbach. Es ist kurz vor 19:00 Uhr am Abend des 18. Oktober 2008, als bei Schweißarbeiten in einer rückwärtigen Lagerhalle des Raifeisenmarktes Wiesbach in der Brühlstraße ein Brand ausbricht. Das Feuer kann sich zunächst unbemerkt entwickeln, bis Anwohner auf den beißenden Brandrauch aufmerksam werden. Sie alarmieren umgehend die Feuerwehr.

In einer gemeinsamen Übung wollten Feuerwehr und DRK den gemeinsamen Einsatz proben. Gegen 19:05 Uhr wurden die Feuerwehrleute aus den Löschbezirken Wiesbach und Humes über ihre Funkmeldeempfänger alarmiert. Da von einer größeren Anzahl Verletzter auszugehen war, kam mit den DRK-Ortsvereinen Wiesbach und Hierscheid-Humes auch medizinische Unterstützung.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte informierten Arbeiter, die sich selbst ins Freie retten konnten den Einsatzleiter darüber, dass noch sechs ihrer Kollegen vermisst werden. Sie mussten sich wohl noch in der Halle aufhalten. Sofort rüsteten sich drei Trupps mit Atemschutzgeräten aus und begannen mit der Suche. Mit Brüchen, leichten Verbrennungen und Rauchvergiftung konnten so schnell fünf Arbeiter aus dem stark verqualmten Bereich gerettet und den Sanitätern des DRK übergeben werden.

Die hatten bereits in einer nicht von dem Brand betroffenen Halle auf dem Vorplatz eine Verbandstelle eingerichtet und übernahmen die medizinische Versorgung der Verletzten. Sie bekamen Sauerstoff und Infusionen, Wunden wurden fachgerecht steril versorgt. Erst dann konnte der Abtransport in umliegende Krankenhäuser erfolgen.

Ebenfalls auf dem Vorplatz wurde die Einsatzleitung aufgebaut, von der aus alle Maßnahmen koordiniert wurden. Dazu war eigens der Einsatzleitwagen des Landkreises Neunkirchen angefordert worden.

Schließlich wurde auch der sechste Arbeiter gefunden: Er war unter herabstürzenden Trümmern in dem Teil der Halle begraben, in dem der Brand ausgebrochen war. Die Befreiung war eine schwierige Aufgabe in der verrauchten Halle, doch schließlich gelang es: Mit schweren inneren Verletztungen konnte auch er befreit und den Helfern des Roten Kreuzes übergeben werden.

Besondere Probleme bereiteten auch die in der Halle gelagerten Styroporplatten. Durch die Hitzeeinwirkung schmolz das Isoliermaterial und es entstanden giftige Salzsäuredämpfe. Mit Wassernebel wurde die Dämpfe gebunden. Und auch in einer angrenzenden Halle wurden dort gelagerte Chemikalien gefunden und mussten identifiziert werden.

Während sich die Einsatzkräfte aus Wiesbach auf die Menschenrettung konzentrierten, kümmerte sich der Löschbezirk Humes derweil um die Brandbekämpfung am östlichen Hallenkomplex und verhinderte ein Übergreifen des Feuers zum Raiffeisenmarkt und der dort stationierten Heizöl-, Diesel- und Gaslagerstätten. Wegen der sich ständig ändernden Lage mussten sich die eingesetzten Trupps der beiden Löschbezirke miteinander absprechen und ihr Vorgehen koordinieren.

In einer Abschlussbesprechung bezeichneten die Planer die Übung als gelungen. Alle Übungsziele wurden erreicht, die Zusammenarbeit der mehr als 45 Einsatzkräfte funktionierte hervorragend. Sicher auch dadurch, dass diese gemeinsame Übung inzwischen jährlich durchgeführt wird.