FEUERWEHR EPPELBORN
Freitag, 17.08.2018 19:47
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Mittwoch, 17.01.2018
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Frank Recktenwald
Top EINSATZBERICHT

Verdächtiger Brief löst Großeinsatz in Illingen aus

Vorschau
Gefahrguteinsatz am Rathaus in Illingen (Foto: Frank Bredel)
Illingen. Großer Schrecken am Morgen des 17. Januar 2018 im Illinger Rathaus: Als die Sekretärin von Bürgermeister Armin König wie üblich die Post öffnet, rieselt aus einem Brief ein weißes Pulver. Sie reagiert besonnen und geht in Begleitung in eine nahegelegen Arztpraxis. Dort wird sie mit zwei weiteren Mitarbeitern die nächsten vier Stunden in Quarantäne bleiben müssen. Per Notruf wird ein Gefahrgut-Einsatz ausgelöst.

Zu diesem Einsatz rücken neben zahlreichen anderen Kräften auch Spezialisten der Feuerwehr Eppelborn aus. Andreas Groß unterstützt als stellvertretender Leiter des ABC-Zuges des Landkreises Neunkirchen die Einsatzleitung, Stephan Rein ist als Lagekartenführer im Einsatzleitwagen eingesetzt und Dr. Frank Schwan wird als Fachberater Chemie informiert. Zusätzlich rückt das LF-KatS aus dem Löschbezirk Bubach-Calmesweiler als Teil der Dekontaminationskomponente des Gefahrstoffzuges aus.

Die Einsatzkräfte mussten sich mit Atemschutz und speziellen Schutzanzügen ausrüsten
Vor dem Rathaus sammelt sich in kürzester Zeit ein Riesenaufgebot an Fahrzeugen von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Die Einsatzkräfte mussten vom Schlimmsten ausgehen: Dass die unbekannte Substanz gefährlich ist. Deshalb rüsten sich die Trupps mit Atemschutz und speziellen Schutzanzügen aus, um Proben des Stoffs zu sammeln und Messungen durchzuführen. Gegen Mittag kann ausgeschlossen werden, dass es sich um eine radioaktive Substanz handelt. Doch weiterhin muss geprüft werden, ob es sich um Sprengstoff oder gar um einen biologisch-chemischen Stoff handelt, der gefährlich sein könnte.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr bleiben in Alarmbereitschaft, werden zur Mittagszeit mit Lyoner und Getränken versorgt. Für den stellvertretenden Wehrführer Sven Haben und seine Kollegen ist es der erste Einsatz dieser Art. Geduld ist gefragt, bis die verdächtige Substanz aus dem Brief gründlich und mit den entsprechenden Sicherungsmaßnahmen untersucht worden ist.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war im Einsatz, es musste vom Schlimmsten ausgegangen werden
Vom Landespräsidium in Saarbrücken werden Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst angefordert. Diese geben gegen 14 Uhr endgültig Entwarnung. Polizeisprecher Stephan Laßotta informiert , dass ein Schnelltest keinen gefährlichen Stoff ergeben habe. Das Schreiben, das an den Bürgermeister gerichtet gewesen war, hatte "beleidigenden Inhalt". Alles Weitere prüft nun der Staatsschutz, der in solchen Fällen eingeschaltet werde. Die Einsatzkräfte können abziehen. Die Sekretärin, die das Schreiben geöffnet hatte und zwei weitere Mitarbeiter des Rathauses können endlich aus der Quarantäne entlassen werden und nach Hause.

Bürgermeister Armin König beim Interview an der Einsatzstelle
Bürgermeister Armin König ist erleichtert, via Facebook verrät er am Nachmittag, dass ihm "ein Stein vom Herzen falle." Er danke allen Einsatzkräften für den professionellen, souveränen Einsatz. Sein Appell an die Bevölkerung: "Sollten Sie Hinweise bekommen, wer dahinter stecken könnte, informieren Sie bitte die Polizei oder auch uns im Rathaus. Manchmal prahlen Menschen ja mit Taten." Der Verwaltungschef ist froh, dass alles glimpflich abging. Sein Dank gilt allen Einsatzkräften für den professionellen, souveränen Einsatz. Und er betont: "Wir werden weiter mit großem Einsatz für die Menschen in der Gemeinde da sein und uns von niemandem einschüchtern lassen."

Info Gefahrstoffzug
Beim Gefahrstoffzug-Zug handelt es sich um eine Sondereinheit der Feuerwehr, welche durch mehrere Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis in enger Zusammenarbeit gestellt wird und für Gefahrguteinsätze speziell ausgerüstet und ausgebildet ist. Der Löschbezirk Bubach-Calmesweiler ist mit dem LF-KatS in den Abschnitt Dekontamination im Gefahrstoffzug eingegliedert. Andreas Groß aus dem Löschbezirk Bubach-Calmesweiler ist stellvertretender Leiter des Gefahrstoffzugs, Dr. Frank Schwan aus dem Löschbezirk Eppelborn unterstützt als "Fachberater Chemie".

Alle hier gemachten Angaben erfolgen ohne Gewähr!
Die hier veröffentlichten Angaben geben den Sachverhalt vereinfacht wieder. Sie können von den Angaben im Einsatzbericht abweichen und haben daher keine rechtliche Aussagekraft. Als einziges amtliches Dokument dient nur der schriftliche Einsatzbericht des Einsatzleiters.
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