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Mittwoch, 18.10.2017 09:16
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Hans-Werner Guthörl
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RCD-Schalter - Brand- und Personenschutz in Elektroinstallationen

Vorschau
Fehlerstromschutzschalter 4-polig (Foto: Werkbild Fa.Hager)
RCD-Schalter (residual current device) , oder auch Fehlerstromschutzschalter genannt, sollten heute in keinem Haushalt oder Gewerbebetrieb mehr fehlen. Als zusätzliche Schutzmaßnahme, neben der Erdung des Neutralleiters in den Netzen der EVU (Elektroversorgungsunternehmen), dienen sie heutzutage dem Brand- und Personenschutz.

Bei den normalen, älteren Elektroinstallationen, ohne Fi-Schutzschalter, müssten im Fehlerfalle, bei einem körperlichen Kontakt, Ströme in Höhe von weit über 16 A zum Fließen kommen, was aber bei dem Körperwiderstand des Menschen absolut nicht möglich ist. Hier würde keine Auslösung der Sicherung erfolgen und der verunfallte Mensch würde an der Spannung hängen bleiben und ohne fremde Hilfe hätte er keine Chance zum Überleben. Bereits Ströme ab 10 mA (Milliampere) können bewirken, dass wir einen stromführenden Leiter nicht mehr loslassen können. Bei Strömen ab 30 mA und einer Einwirkdauer von 0,5 Sekunden kann schon ein Herzkammerflimmern auftreten.

Nach etwa drei bis fünf Minuten in diesem Zustand stellen sich irreparable Schäden ein und der Tod kann eintreten.

Dies ist auch der Grund warum man in Elektroinstallationen Fehlerstromschutzschalter einsetzt. Diese RCD-Schalter gibt es in den Ausführungen 10mA, 30mA, 300mA und 500mA. Seit 1984 sind Fehlerstromschutzschalter bei Neuinstallationen nach DIN VDE 0100, Gruppe 700 z.B. für das Bad und für elektrische Einrichtungen im Außenbereich zwingend vorgeschrieben. Die Anzahl von tödlichen Stromunfällen hat sich seit dem Einsatz erheblich verringert (von 1967 bis 1997 um fast 70%). Auch Brände, die durch Erdschlussfehlerströme entstehen können, lassen sich durch den Fehlerstromschutzschalter vermeiden.

Während man die FI-Schalter mit den Nennfehlerströmen 300 und 500 mA überwiegend zum Brandschutz und zum Schutz bei größeren Maschinen einsetzt, kommen die Fi-Schalter mit den Nennfehlerströmen von 10 und 30 mA in Haushalten zum Einsatz. Diese stellen auch ein weitgehender Schutz bei direktem Berühren von fehlerhaften Geräten sicher.

Fehlerstromschutzschalter gibt es auch für den mobilen Einsatz. Sie sind auch mittlerweile fester Bestandteil der Ausrüstung von Feuerwehren. Generell benutzen die Feuerwehren Ihren Stromgenerator, den sie an Bord der Fahrzeuge mitführen. In absoluten Ausnahmefällen, wenn keine andere Möglichkeit besteht, die Elektroinstallationen in fremden Häusern. Hier gilt es aber generell den mobilen Fi-Schalter zwischen zu schalten. Ein typisches Beispiel hierfür wäre der Tauchpumpeneinsatz bei Hochwasser.

Ist kein Fehlerstromschutzschalter (z.B. in alten Häusern) installiert, sollte man dies unbedingt von einem Fachmann nachrüsten lassen. Es ist eine geringe Investition gegenüber des eigenen Lebens oder des Lebens anderer Familienmitglieder.