FEUERWEHR EPPELBORN
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Montag, 08.08.2005
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Frank Recktenwald
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Schnelle Hilfe über Grenzen hinweg

Eppelborn. Samstagnachmittag, 15.52 Uhr. Bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Eppelborn gehen die Piepser los. "Explosion, Eppelborn, Industriegelände" steht darauf schwarz auf grün geschrieben. Jetzt heißt es, schnell zu handeln: Rein in die Klamotten und ab zum Feuerwehrgerätehaus. Dort wartet bereits das Alarmfax mit näheren Informationen zum Einsatzort und -geschehen: Im Lebensmittelwerk der Firma Juchem kam es zu einer Explosion im Fettsprühturm.

Kaum sechs Minuten sind vergangen, als die ersten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr am Ort des Geschehens eintreffen und sich einen Überblick über die Lage verschaffen. Wände wurden umgerissen, mehrere Gebäude stehen in Brand, es gibt zahlreiche Verletzte. Menschen in Panik sind vor den Flammen auf das 28 Meter hoch gelegene Dach des Turmes geflüchtet. Auf dem Nachbargebäude wurde ein dort arbeitender Dachdecker von Explosionsteilen verletzt. Eine Horrorvorstellung, wenn dies wirklich passieren würde. Gott sei Dank handelte es sich in diesem Fall "nur" um einen groß angelegten Übungseinsatz. Insgesamt waren 90 Rettungskräfte, 13 Fahrzeuge der Feuerwehren und vier Krankentransporter des DRK im Einsatz. "Unglücksfälle dieser Art könnten sich jederzeit ereignen, sie machen keinen Halt vor Gemeinde- und Landkreisgrenzen", sagte Eppelborns Feuerwehrsprecher Frank Recktenwald. "Da ist es einfach notwendig, dass die Einsatzkräfte sich besser kennenlernen und miteinander solche Szenarien üben". Deshalb fand bereits zum dritten Mal unter dem Motto "Hilfe über Grenzen hinweg" eine landkreisübergreifende Alarmübung statt. Die habe von der Alarmierung bis zum Einsatzende gut geklappt, lobte der Eppelborner Wehrführer Hermann-Josef Recktenwald. Unter der Leitung von Löschbezirksführer Felix Becker begannen die Wehrleute sofort nach ihrem Eintreffen die Brände zu bekämpfen. Sie mussten über mehrere hundert Meter mit Schläuchen eine Wasserversorgung aufbauen und Löschwasser aus der Ill pumpen. Trupps mit Atemgeräten begannen schon nach kurzer Zeit im Lebensmittelwerk nach Vermissten zu suchen. Der Einsatz führte die Eppelborner aber auch schnell an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Deshalb beschloss der Einsatzleiter, die Feuerwehren aus den benachbarten Landkreisen Saarlouis und St. Wendel anzufordern. So war nach etwa 25 Minuten das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Lebach vor Ort, mit dem die aufs Dach Geflüchteten gerettet werden konnten. Aus Hasborn-Dautweiler wurde ein Gerätewagen Atemschutz angefordert.

Auch die Arbeit des DRK und das notwendige Zusammenspiel mit der Feuerwehr ging während des gesamten eineinhalbstündigen Einsatzes ohne Probleme über die Bühne. Im Ernstfall hätte der Löschbezirk Eppelborn zwar normalerweise zunächst die Löschbezirke der Großgemeinde und der Nachbargemeinde Illingen informiert. Aber es ist gut zu wissen, dass auch ein Einsatz über die Landkreisgrenzen hinweg reibungslos funktionieren würde.

Quelle: Saarbrücker Zeitung