FEUERWEHR EPPELBORN
Mittwoch, 14.11.2018 22:24
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Mittwoch, 08.09.1993
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Frank Recktenwald
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Eine durchaus realistische Ausgangslage

Eppelborn (lh). Einmal im Jahr macht der Bürgermeister von seinem Recht als Chef der Freiwilligen Feuerwehr Gebrauch, völlig überraschend eine Alarmübung auszulösen. So auch am vergangenen Mittwoch gegen 10 Uhr am Vormittag. Lediglich ein ganz enger Personenkreis, nicht mal die Löschbezirksführer, waren eingeweiht. Sinn und Zweck dieser Übung war, die Einsatzbereitschaft und vor allem die Einsatzfähigkeit der einzelnen Löschbezirke zu überprüfen sowie die Zusammenarbeit aller Löschbezirke unter Ernstfall ähnlichen Bedingungen zu üben.

Für die Übung wurde angenommen, daß ein Güterzug aus Richtung Illingen kommend im Bahnhof Dirmingen ankam. Ein defektes Radlager eines Waggons war heißgelaufen, und der entstandene Brand griff schnell auf die hölzernen Aufbauten des Waggons über. Durch die große Hitze explodierte mitgeführtes Frachtgut. Brennende, wegfliegende Teile verursachten neue Brände im Bereich der anliegenden Firma Hell und an Gebäuden der Bundesbahn.

Eine durchaus realistische Ausgangslage. Die zuerst alarmierte und am Unglücksort eintreffende Dirminger Wehr stellte sofort fest, daß ihre Kräfte zur Bekämpfung der Brände nicht ausreichten. Der Wehrführer alarmierte sogleich alle Gemeindewehren. Zu allem Unglück gefährdete noch starke Rauchentwicklung die Feuerwehrleute, so daß auch der Einsatz von Atemschutzgeräten vonnöten war. Da zu vermuten war, daß das öffentliche Rohrleitungsnetz nicht ausreichen würde, die erforderliche Brandbekämpfung wirkungsvoll durchzuführen, wurde vorsorglich eine zweite unabhängige Wasserversorgung aufgebaut, um alle notwendigen Einsatzrohre zu versorgen.

Und in der Tat, die Lageeinschätzung stellte sich als richtig heraus. 15 Fahrzeuge mit 18 Stahlrohren standen zur Bekämpfung an. Die Gesamtmannschaftsstärke bei dieser Übung betrug 84 Personen, und zudem standen noch weitere 26 in Reserve. Von dieser Einsatztruppe waren 40 Atemschutzträger. Innerhalb 15 bis 20 Minuten nach Auslösung der Dirminger Sirenen waren alle am Einsatzort. Schon nach sieben Minuten waren die Dirminger zur Stelle. Bedingt durch die etwas später ausgelösten Sirenen in den anderen Bezirken und unter Berücksichtigung der größeren Entfernungen waren auch hier die schnellen Einsatzzeiten sehr bemerkenswert.

Die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren und die Koordination der Brandbekämpfung an mehreren Brandherden funktionierte vorzüglich. Auch ein Einsatzfahrzeug des DRK Humes mit zwei Mann Besatzung war zur Stelle. Bürgermeister Lutz, Wehrführer Gerhard Groß und Landesbrandinspektor Jürgen Olliger zeigten sich sehr zufrieden. Sie bedankten sich bei allen Beteiligten und waren einmütig der Auffassung, daß das Übungsziel voll erreicht wurde. Löschmannschaften und Löschkapazität waren ausreichend, und die Schnelligkeit, mit der alle Wehrteile der Gemeinde am Einsatzort waren, sei sehr zufriedenstellend. Dieses Glied der Rettungskette sei in Ordnung, so die Verantwortlichen. Wenn die Zeitspanne von der Feststellung eines Brandes bis zum ersten Sirenenton auch noch möglichst kurz gehalten werden könne, dürfte man die meisten Brände schon unter Kontrolle haben, bevor sie größeren Schaden anrichteten, so Wehrführer Groß.

Bekanntlich sei jede Kette nur so stark wie das schwächste Glied. Wünschenswert sei eine Notrufleitung bzw. Standleitung sofort zur Kreiseinsatzstelle Neunkirchen oder zur Polizeistation Illingen. Die bisherige Regelung sei nicht optimal, wie die Erfahrungen in der Vergangenheit zeigten. In diesem Zusammenhang macht Hans-Jürgen Schuhmacher, Landespressewart der Feuerwehr, auch auf die Mitte September stattfindende Brandschutzwoche aufmerksam, die die bisher größte ihrer Art im Saarland sein werde. Die Eröffnung erfolgt am 16. September in Neunkirchen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung