FEUERWEHR EPPELBORN
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Samstag, 11.01.2014
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Frank Recktenwald
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64 mal "Alarm für den Löschbezirk Eppelborn"

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Hinten: Thomas Saar, André Schwan, Dr. Frank Schwan, Frank Recktenwald, Birgit Müller-Closset, Berthold Schmitt, Klaus Theis

Vorne: Wurden für sehr guten Übungsbesuch ausgezeichnet: Helen Schwan, Hanah Rau, Jonathan Scherer, Leon Hoffmann, Max Klaumann
Eppelborn. 64 mal hieß es im vergangenen Jahr "Alarm für den Löschbezirk Eppelborn", so die Bilanz, die Löschbezirksführer Dr. Frank Schwan im Rahmen der Jahreshauptversammlung für das Jahr 2013 vorlegte. Neben vielen kleinen und unspektakulären Notfällen gab es im vergangenen Jahren aber auch dramatische Einsätze: Schwan erinnerte an den Wohnungsbrand in Bubach mit Menschenrettung oder den Verkehrsunfall in der Ortsmitte, bei dem der Fahrer mit hydraulischen Rettungsgeräten aus seinem Fahrzeug befreit werden musste. Dauerhaft in Erinnerung bleiben wird wohl auch die Gasexplosion zu Beginn des Jahres, bei der der Hauseigentümer so schwer verletzt wurde, dass er in der Folge verstarb. Aber auch lustige Einsätze wie die Biberrettung an der Ill galt es zu bewältigen.

Von den 64 Einsätzen waren rund die Hälfte im Bereich der Technischen Hilfeleistung angesiedelt. 10 Mal hatten die automatischen Brandmeldeanlagen in der Wohnanlage "Altes Kino" und im psychiatrischen Pflegeheim in Habach Alarm ausgelöst. 17 Betroffene mussten von Rettungsassistenten und Rettungssanitätern der Feuerwehr sowie vom Rettungsdienst medizinisch versorgt und betreut werden. Bei allen Einsätzen zusammen wurden insgesamt 1.778 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Das waren rund 15% mehr als noch im Vorjahreszeitraum.

Doch nicht nur die nackten Zahlen konnte Dr. Schwan präsentieren. "Konnten wir unsere Aufgaben 2013 erfüllen?" fragte Schwan konkret. Er hatte die Einsätze, so weit möglich, auch hinsichtlich des Erreichungsgrades untersucht. Der Erreichungsgrad ist eine Vorgabe des Gesetzgebers und legt fest, in wieviel Prozent der Einsätze die Feuerwehr innerhalb der vorgegebenen Hilfsfrist von 8 Minuten nach Alarmierung am Einsatzort ist und wirksame Hilfe leisten kann. Dazu hatte er alle Einsatzprotokolle durchforstet und überprüft. Sein Fazit: Grundsätzlich hat der Löschbezirk Eppelborn dieses Ziel bei allen Einsätzen erreicht. Ausnahmen waren lediglich nicht-zeitkritische Einsätze beziehungsweise Einsätze, bei denen es nachweislich technische Probleme bei der Alarmierung der Einsatzkräfte gab. Der Alarmgeber auf dem Wackenberg wurde mittlerweile durch den Zweckverband repariert, so dass hier keine weiteren Probleme zu erwarten sind.

Auch einen Überblick über den aktuellen Personalstand konnte der Löschbezirksführer geben: So verfügt die Einsatzabteilung derzeit über 58 Aktive, die Jugendfeuerwehr über 16 Jungen und Mädchen sowie die Ehrenabteilung über 27 Kameraden. Damit ist die im Brandschutzbedarfsplan geforderte Sollstärke von 65 Einsatzkräften nicht erfüllt, doch dies sei ein generelles Problem. Eine starke Jugendfeuerwehr sei kein Garant für eine ausreichende Mitgliederzahl in der Einsatzabteilung. Auch wenn wie in Eppelborn fast 100% der Jugendlichen mit 16 Jahren in die Reihen der Aktiven übernommen würden, scheiden in den folgenden Jahren viele wieder aus. Die Gründe sind überwiegend im beruflich bedingten Wegzug oder Studium zu sehen.

"Es muss versucht werden, den Personenkreis derer, die nach Eppelborn gezogen sind oder einpendeln, zu motivieren und von einer ehrenamtlichen Arbeit in der Feuerwehr zu überzeugen", schlug Dr. Schwan vor. Über 16 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 8 und 16 Jahren verfügt die Jugendfeuerwehr im Löschbezirk Eppelborn aktuell. Und eines sei klar: Ohne die Jugendfeuerwehr wären die Mitgliederzahlen noch schlechter.

Neben den Einsätzen wurden im vergangenen Jahr 45 Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen im Kulturzentrum "big Eppel" durchgeführt. Zusammen mit den Übungen und den übrigen Aktivitäten wie Wartung, Instandhaltung, Jugendfeuerwehr, Ordnungsdiensten und Arbeiten in der Atemschutzwerkstatt kamen so 10.257 Stunden als Ehrenamt im Dienste der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Eppelborn zusammen.

Im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes wurden 2013 wieder zahlreichen Brandschutzerziehungen und Unterweisungen für Schulen, Kindergärten und Betriebe durchgeführt. Ausserdem nutzten mehrere Feuerwehren anderer Gemeinden die Brandmeldeübungsanlage, um sich im Umgang mit automatischen Brandmeldeanlagen fortzubilden. Dr. Schwan dankte hier ganz besonders Eric Holzer, der den Bereich "Vorbeugender Brandschutz" verantwortlich leitet.

Auch für die anderen Fachbereiche hatte der Löschbezirksführer dankende Worte. Deren Arbeit bedeute eine ganz erhebliche Entlastung der Führung. Waren es im vergangenen Jahr die Feierlichkeiten zum Doppeljubiläum 125 Jahre Feuerwehr - 90 Jahre Fanfarenzug, so haben die Planungen für das 50jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr in diesem Jahr bereits begonnen.

Und auch weitere Aufgaben stehen an: Nachdem im letzten Jahr die Ausrüstungsbestandteile inventarisiert wurden, wird dies nun auch für die persönliche Schutzausrüstung durchgeführt werden. Der Neubau der Atemschutzwerkstatt steht an, und für besondere Objekte im Gemeindegebiet werden Feuerwehreinsatzpläne erstellt werden müssen. Zum Schluß dankte Dr. Schwan ganz besonders seinem Stellverteter Sascha Müller, der ihm immer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Sein persönliches Fazit: "Wir haben viele begonnen Aufgaben abschließen oder vorantreiben können. Doch die Zukunft wird nicht einfacher". Die Verwaltung stehe vor dem Problem, bei wachsender Verschuldung die erforderlichen Mittel für den Schutz der ihr anvertrauten Bevölkerung sicherzustellen. "Wir als Löschbezirk müssen unter schwierigeren Rahmenbedingungen versuchen, die uns zur Verfügung gestellten Mittel auch künftig zum Schutz der Bevölkerung einzusetzen".

Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset, die als oberste Chefin der Feuerwehr zur Versammlung eingeladen war, dankte den Männern und Frauen der Feuerwehr im Namen der Gemeinde, des Gemeinderates und der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Eppelborn für das großartige ehrenamtliche Engagement zugunsten der Sicherheit der Gemeinde. "Wäre keine Feuerwehr vorhanden, entstünde eine Lücke, die wir nicht schließen könnten. Das wäre undenkbar. Wir brauchen sie ganz dringend", appellierte die Bürgermeisterin. Der Feuerwehralltag habe sich entschieden geändert, auch durch den Wandel der Lebensgewohnheiten und einem verstärkten Verkehrsaufkommen. "Die Bevölkerung nimmt ab, aber trotzdem nimmt das Gefahrenpotential zu", erklärte Müller-Closset.

Die stets hinterfragten Standorte der Feuerwehr in der Gemeinde ergeben sich nicht bloß aus der Einwohnerzahl. Auch andere Parameter wie Verkehrsnetz, Flächennetz und Gewerbestruktur spielen eine wichtige Rolle. Daher sind keine Pauschalaussagen zur Struktur der Feuerwehr einer Kommune möglich. "Das ist bei der Verwaltung angekommen", versprach die Bürgermeisterin, auch im Hinblick auf den neuen Brandschutzbedarfsplan, der in den nächsten Woche vorgestellt werden wird. "Ich verspreche Ihnen, dass wir die Zukunft der Gefahrenabwehr auf einen guten Weg bringen. Es wird nichts über ihre Köpfe hinaus entschieden.", so Müller-Closset.

Lobende Worte fand die Bürgermeisterin auch für die Jugendarbeit im Löschbezirk, denn die Nachwuchssicherung sei aufgrund des demographischen Wandels zunehmend wichtiger. Hier sollte über neue Wege nachgedacht werden, die Feuerwehr zum familienfreundlichen sozialen Netz zu machen. Vorstellbar wäre zum Beispiel, eine Betreuung zu organisieren, damit Einsatzkräfte ihre Kinder zu Übungen und Diensten mitbringen könnten.

Auch Ortsvorsteher Berthold Schmitt richtete seinen Dank an die Jugendbetreuer und lud die Jugendfeuerwehr kurzerhand zu einem Ausflug in ein Indoor-Spieleparadies ein. Besonders hob er aber die Bedeutung des Fanfarenzuges hervor, der aktuell 15 aktive Mitglieder zählt. Natürlich sei eine Musikabteilung nicht für den Brandschutz notwendig, aber die Feuerwehrmusiker zählen zu den Dingen, die einen Ort lebens- und liebenswert machen.

Wehrführer Klaus Theis konnte zum Abschluss noch Ehrungen und Beförderungen vornehmen: André Schwan erhielt eine Auszeichnung für 20 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr und wurde zusammen mit Thomas Saar zum Oberlöschmeister befördert. Und für 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr konnte Theis Frank Recktenwald im Namen des Kreisbrandinspekteurs mit dem Feuerwehrehrenzeichen am Bande in Bronze auszeichnen.