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Samstag, 07.09.2013
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Eric Holzer
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Großeinsatz in Macherbach - Jahresabschlussübung der Feuerwehr Eppelborn

Bild: Großeinsatz in Macherbach - Jahresabschlussübung der Feuerwehr Eppelborn

Ein unaufmerksamer PKW Fahrer kollidiert mit einem abgestellten Traktor, Fahrer und Beifahrer werden im Unfallfahrzeug eingeklemmt, in der direkten Nachbarschaft wird gleichzeitig ein Brand festgestellt.

Mit dieser Einsatzmeldung begann am vergangenen Samstag die diesjährige Jahresabschlussübung der Feuerwehr Eppelborn.

Zahlreiche Beobachter hatten sich bereits in Macherbach versammelt, als das erste Fahrzeug aus dem Löschbezirk Macherbach, der die Übung vorbereitet hat eintrifft. Dessen Aufgabe ist es zunächst, die Personen im verunfallten Fahrzeug zu betreuen und die Einsatzstelle zu sichern. Bei dem Alarmstichwort PKW-Unfall wird der Löschbezirk Bubach-Calmesweiler mitalarmiert, dieser unterstützt nach dem Eintreffen die Kräfte des Löschbezirks Macherbach.

Durch den zwischenzeitlich festgestellten Großbrand eines Bauernhofs werden nun auch alle anderen Löschbezirke der Feuerwehr Eppelborn alarmiert.

Da die verletzen Personen im PKW das Fahrzeug nicht aus eigener Kraft verlassen können, kümmert sich ein Rettungsassistent der Feuerwehr um die schwer verletzten Insassen. Nach einer medizinischen Erstversorgung werden die Scheiben herausgenommen und mit dem hydraulischen Rettungssatz Öffnungen geschaffen, damit die Personen befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden können.

Durch die Einsatzkräfte aus Bubach-Calmesweiler wird währdenddessen auch ein brennender Schlepper abgelöscht, die Kräfte aus Wiesbach führen parallel im Bereich der Firma Landmaschinen Alt einen Löschangriff durch.

Die Löschbezirke Humes, Hierscheid, Dirmingen und Eppelborn bekämpfen gleichzeitig einen Großbrand im Bereich des Bauernhofs Franz Groß.

Die Wasserversorgung erfolgt aus dem Hydrantennetz, dass bei dieser Belastung nur eingeschränkt leistungsfähig ist. Daher wird durch den Löschbezirk Eppelborn zusätzlich eine unabhängige Löschwasserversorgung aus dem Weiher Naumann errichtet. Hierbei kommt der Gerätewagen Logistik, der 2012 in Dienst gestellt wurde zum Einsatz.

Die Koordination der Maßnahmen erfolgte durch den Einsatzleiter Thomas Theis (Löschbezirksführer Macherbach), der durch Material und Personal des Einsatzleitwagens der Feuerwehr Eppelborn unterstützt wurde. Das Fahrzeug, das im Löschbezirk Eppelborn stationiert ist, verfügt über Unterlagen sowie Hilfmitteln zur Einsatzleitung. Es steht allen Löschbezirken der Feuerwehr Eppelborn bei Einsätzen und Übungen zur Verfügung. Aufbau, Organisation und Gliederung einer derartigen großen Einsatzstelle erfordern es den Gesamtüberblick zu behalten, um Material und Personal effektiv und sicher einsetzen zu können.

Um während der Übung auch einsatzbereit zu bleiben wurden nicht alle Fahrzeuge der Gemeinde in die Großübung eingebunden. Im Bereich des Sportplatzes Bubach stand ein Alarmzug der Feuerwehr bereit.

Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset fand im Anschluss an die Übung lobende Worte für ihre Feuerwehrleute. Gemeinsam mit Wehrführer und Gesamtübungsleiter Klaus Theis sowie Kreisbrandinspekteur Werner Thom lobte sie die gezeigte Leistung bei dieser Übung, die zusammenfassend sehr gut verlief.

Insgesamt waren bei der Übung weit über 100 Feuerwehrleute und 16 Fahrzeuge eingesetzt.

"Hintergrund
Ein Einsatzleitwagen (kurz: ELW) ist ein Einsatzfahrzeug, das der Führung und Koordination von taktischen Einheiten der Feuerwehr dient.
Die Aufgaben eines Einsatzleitwagens hängen vom konkreten Einsatz und der ihn verwendenden Hilfsorganisation ab. Im Wesentlichen besteht seine Aufgabe jedoch in der Leitung eines Einsatzes oder Einsatzabschnittes, im Transport und der Unterstützung eines Einsatzleiters oder Einsatzstabes, im Transport von Führungsmaterialien und in der Abwicklung von Funkverkehr an der Einsatzstelle und zwischen der Einsatzstelle und einer höheren Führungseinrichtung.
Nach Norm und den entsprechenden Dienstvorschriften ist ein Einsatzleitwagen stets mit einem so genannten Zugtrupp besetzt, der dem Einsatzleiter bei der Abwicklung eines Einsatzes hilft. Dieser Trupp setzt sich aus einem Fahrer, einem Funker, einem Gruppenführer zur besonderen Verfügung und dem Zugführer bzw. Einsatzleiter selbst zusammen.

Für die Verwendung in Deutschland sind die heutigen Typen seit 1999 genormt (DIN 14507-2 bis DIN 14507-5). Davor waren der Zuschnitt und die Aufgaben der Fahrzeuge deutlich verschieden.

Das Fehzeug der Feuerwehr Eppelborn wurde am 19.05.1983 in Dienst gestellt, und diente über Jahre hinweg zusammen mit dem alten TLF 16 als Erstangriffsfahrzeug bei der technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen. Da die hydraulischen Rettungsgeräte mit Beschaffung des neuen Tanklöschfahrzeugs nun dort verladen sind, wurde nach einer sinnvollen Verwendungsmöglichkeit für den ehemaligen VRW gesucht.
Bis zur Neubeschaffung des im Brandschutzbedarfsplan geforderten Einsatzleitwagens übernimmt nun dieses Fahrzeug die Aufgaben als Zugführungs- und Einsatzleitfahrzeug. Aus diesem Grund wurde das Fahrzeug für seine neuen Aufgaben umgebaut. Im ersten Schritt wurden die hydraulischen Rettungsgeräte und das Notstromaggregat ausgebaut und der einzelne Rücksitz durch eine Rückbank ersetzt. Im Heck des Fahrzeugs wurden aus Aluminiumprofilen Aufnahmemöglichkeiten für Handbücher, Einsatzpläne und weiteres Material geschaffen.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Daimler-Benz 230 GE aus dem Jahre 1983, der mit bis zu 4 Einsatzkräften besetzt werden kann.