FEUERWEHR EPPELBORN
Mittwoch, 18.10.2017 09:20
Eppelborn  |  Bubach-Calmesweiler  |  Dirmingen  |  Habach  |  Hierscheid  |  Humes  |  Wiesbach  |  Macherbach  
Samstag, 01.10.2011
Druckversion
Frank Recktenwald
Top FEUERWEHR AKTUELL

Löschbezirk Eppelborn feierte Familienabend

Vorschau
Eröffnung durch den Fanfarenzug
Eppelborn. Für seine Begrüßungsrede am diesjährigen Familienabend des Löschbezirks Eppelborn, der ganz traditionell vom Fanfarenzug eröffnet wurde, hatte sich Löschbezirksführer Dr. Frank Schwan ein schwieriges Thema ausgesucht: Wie kann man der Feuerwehr und damit den Einsatzkräften für Ihr Engagement danken? Oft herrsche das Missverständnis, dass Dank in Form neuer Fahrzeuge oder Gerätschaften gezeigt werden kann. Doch das sei kein Dank, sondern oft notwendige Anschaffungen, die zu größerer Verantwortung führen. Eine Anerkennung für ihre Dienste seien für viele die Ehrungen und Beförderungen, wie sie Bürgermeister Fritz-Hermann Lutz in der vergangenen Woche an gleicher Stelle vorgenommen hatte.

Schwan zeigte ein Bild, dass ein Kind gebastelt hatte, um sich bei der Eppelborner Feuerwehr für die Rettung seiner Mutter nach einem schweren Verkehrsunfall zu bedanken. "Es sind solche Gesten des Danks und der Anerkennung, die uns immer wieder bewegen, unsere Kräfte in den Dienst am Nächsten zu stellen. 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr". Denn "Dank, der nicht von Herzen kommt, ist erkennbar und auf diesen können wir dankend und von Herzen verzichten", so der Löschbezirksführer.

Vor seinem Rückblick auf das vergangene Jahr dankte er vor allem den Angehörigen der Einsatzkräfte, die in keinem Einsatzbericht erwähnt werden und auf viele gemeinsame Stunden oder geplante Unternehmungen verzichten mussten, weil ein Alarm den Partner zum Einsatz ruft. Sie erbrächten eine wichtige Unterstützung für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr, die nicht honoriert wird.

Löschbezirksführer Dr. Frank Schwan begrüßte die Gäste
Schwan nannte einige Höhepunkte des Jahres: So wurde sein Vorgänger Felix Becker nach 22 Jahren als Löschbezirksführer verabschiedet. Rund 1.600 Stunden wurden bei Einsätzen geleistet, darunter in diesem Jahr zwei Lkw-Unfälle auf der Autobahn sowie ein ausgeprägter Wohnungsbrand in Dirmingen. Weitere 2.500 Stunden wurden bei Regelübungen geleistet. Nimmt man die Arbeit der Gerätewarte, Sonderübungen und weitere Dienste hinzu, komme der Löschbezirk Eppelborn im Schnitt auf 10.000 bis 15.000 Arbeitsstunden im Jahr. "Rechnet man das um, kommt man auf 9 Mannjahre und damit einer Einsparung von rund einer halben Million Euro im Jahr, die durch ehrenamtliche Tätigkeit erbracht wird", rechnete Schwan vor.

Das konnte auch Staatssekretärin Gaby Schäfer bestätigen. Viele Dinge seien eben nur möglich, weil sich Leute in den Dienst der Gesellschaft stellen und nichts dafür berechnen. Sie komme selbst aus einer Feuerwehrfamilie, in der Vater, Großvater und Bruder Feuerwehrleute waren und weiß, dass Aufgaben und Ausbildung der Feuerwehr nicht mehr damit vergleichbar sind, wie sie es vor 30 Jahren noch waren.

Bürgermeister Fritz Hermann Lutz zusammen mit den Ehrengästen und den in diesem Jahr Beförderten und Geehrten
Auch Bürgermeister und Chef der Feuerwehr Fritz-Hermann Lutz bestätigte das: "Wenn wir die ganzen ehrenamtlichen Vereine und Institutionen nicht hätten, wäre unser Leben ein sehr armes Leben" erklärte er. In guter Tradition rief er nochmal die am Ehrungsabend in der vorigen Woche Geehrten und Beförderten noch einmal zu sich auf die Bühne. Kevin Scupin, Steven Bungert und Andreas Kühn wurden aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung aufgenommen. Markus Braun, Thomas Meyer und Thomas Saar wurden vom Oberfeuerwehrmann zum Löschmeister, Alfons Egler vom Löschmeister zum Oberlöschmeister befördert. Eine Auszeichnung für 20 Jahre Feuerwehrdienst erhielten Thomas Saar und Christian Horras, Markus Klaumann eine Ehrung für 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr. Bürgermeister Lutz gab auch einen kleinen Ausblick auf das kommende Jahr: So erfolgt zur Zeit die Ausschreibung für einen neuen Gerätewagen Logistik, der im nächsten Jahr für den Löschbezirk Eppelborn beschafft werden wird.

Ortsvorsteher Berthold Schmitt überbrachte die Grüße des Eppelborner Ortsrats und ergänzte die Ausführungen seiner Vorredner: Die Feuerwehr sei anders als andere ehrenamtliche Vereine und Organisationen und damit nur schwer mit ihnen zu vergleichen. "Ihr seid bereit, Euer Leben zu riskieren. Ich danke Euch für diesen Einsatz" bestätigte Schmitt.

Auch Wehrführer Hermann Josef Recktenwald dankte allen Anwesenden für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Es sei nicht leicht zu akzeptieren, wenn private Termine durch eine Alarmierung ins Wasser fallen, wusste er aus eigener Erfahrung zu berichten. Doch damit müssen Feuerwehrleute und ihre Familienmitglieder an 365 Tagen im Jahr rechnen. Wie unplanbar der Feuerwehrdienst ist, konnten die Ehrengäste dann auch prompt selbst erleben: Während im Saal gefeiert wurde, mussten Recktenwald und drei weitere Kameraden zu einem Einsatz nach Wiesbach ausrücken und die Löscharbeiten dort mit der in Eppelborn stationierten Wärmebildkamera unterstützen.

Der Förderverein konnte den beiden in die Einsatzabteilung übernommenen Jugendlichen ein Begrüßungsgeschenk überreichen
Der Vorsitzende des Fördervereins Günter Schmitt hatten für die neu in die Einsatzabteilung übernommenen Kameraden noch eine Überraschung: Sie erhielten als Willkommensgeschenk das Lehrbuch "Feuerwehr-Grundlehrgang" und einen Schlauchhalter zum Knoten üben. Ausserdem überreichte der Förderverein Schecks zur Unterstützung der Feuerwehrarbeit: Je 200 Euro erhielten Jugendfeuerwehr, Alterswehr und Fanfarenzug, weitere 1.000 Euro gingen an die Einsatzabteilung des Löschbezirks. Ausserdem wurde in diesem Jahr ein Notebook sowie ein Beamer für Ausbildungszwecke angeschafft und der Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

In seiner Eigenschaft als Landesstabführer konnte Schmitt noch zwei weitere Ehrungen vornehmen: Markus Schmitt erhielt eine Auszeichnung für 25 Jahre Mitgliedschaft im Fanfarenzug und Fanfarenzugführer Jörg Olliger die "Dirigenten-Nadel" in Bronze.

Auch wenn der Familienabend in diesem Jahr krankheits- und urlaubsbedingt nicht so gut besucht war wie in den Jahren zuvor, wurde trotzdem bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert.