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Donnerstag, 21.04.2011
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Frank Recktenwald
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Wohnhaus fällt Flammen zum Opfer

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Die Löscharbeiten am frühen Mittwochmorgen in der Lebacher Straße gestalteten sich schwierig (Foto: Heike Blum)
Von SZ-Mitarbeiter Bernhard Schäfer

Dirmingen. Fassungslos steht der 57 Jahre alte Rüdiger Mierau am Mittwoch vor dem Eingang seiner Wohnung in der Lebacher Straße in Dirmingen. Noch immer kann er nicht glauben, dass seine ganze Habe den Flammen zum Opfer gefallen ist. "Ich wollte wie jeden Morgen den Ölofen im Wohnzimmer anzünden" so Mierau. Eine Stichflamme sei ihm aus dem Ofen entgegen geschlagen, und habe blitzschnell die Einrichtung des Wohnzimmers in Brand gesetzt, so der pensionierte Hüttenarbeiter. Besonders stolz ist er auf seine Nachbarschaft: "Die haben alle sofort gehandelt und geholfen!"

Die Familie Mierau wohnt seit 30 Jahren in dem Haus, in dem noch drei weitere Familien leben. Das Feuer breitete sich rasend schnell in der ganzen Wohnung aus und griff schließlich über den Balkon auf eine weitere Wohnung im ersten Stock über. "Ich habe meinen Mann nur noch laut schreien gehört" erzählt Gudula Mierau (51). Sofort weckte sie ihre noch im Haus lebenden Kinder. Der 20 Jahre alte Sohn und die 15jährige Tochter konnten sich noch rechtzeitig ins Freie retten, erlitten dabei genau wie ihre Mutter eine leichte Rauchvergiftung. "Unser Sohn liegt noch im Krankenhaus Lebach und bekommt Sauerstoff. Wir konnten nach einer Untersuchung die Klinik schnell wieder verlassen. Doch unser ganzes Hab und Gut ist nur noch Asche" so Gudula Mierau.

Spektakulär war die Rettungsaktion der weiteren Bewohner aus dem ersten Stock. Der 41 Jahre alte Markus Pitz wohnt mit seiner Freundin Jasmin (38) in der hinteren der beiden Wohnungen. Ihnen war durch Rauch und Hitze der Fluchtweg über das Treppenhaus abgeschnitten. Nur durch das beherzte Eingreifen der Nachbarschaft gelang ihnen die abenteuerliche Flucht über eine Leiter. Diese hatten Nachbarn auf das Dach eines Pkw gestellt, um den Balkon der Familie Pitz zu erreichen. Den Hund Rocky hatte Pitz vor seiner Rettung mit einem Seil vom Balkon abgelassen.

Um 6 Uhr war der Notruf bei der Feuerwehr eingelaufen. Die Feuerwehr Dirmingen war mit 25 Einsatzkräften vor Ort und wurde von der Wehr aus Eppelborn mit 28 Kräften unterstützt. Auch die Drehleiter aus Illingen leistete wertvolle Hilfe. Wie der Einsatzleiter und Wehrführer der Gemeinde Eppelborn, Hermann-Josef Recktenwald, auf SZ-Anfrage mitteilte, gestalteten sich die Löscharbeiten sehr schwierig. "Es war zu Anfang verdammt heiß und die starke Rauchentwicklung machte uns sehr zu schaffen" so Recktenwald. "Schwierig war auch das Auffinden der unter der Holzdecke versteckten Glutnester."

Drei Rettungswagen und ein Notarzt versorgten vor Ort die Verletzten. Alle Geschädigten fanden bis nachmittags eine Unterkunft bei Freunden und Verwandten. Das Haus in der Lebacher Straße wird wohl längere Zeit unbewohnbar sein. Die Schadenshöhe muss noch durch einen Gutachter ermittelt werden, dürfte aber im fünfstelligen Bereich liegen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung