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Dienstag, 27.10.2009
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Frank Recktenwald
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"Explosion" im Kunststoffwerk

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Gefahrstoffeinsätze sind nur mit entsprechenden Schutzanzügen möglich. (Foto: Boewen-Dörr)
Von SZ-Mitarbeiterin Maria Boewen-Dörr

Eppelborn. Fünfzehn Einsatzkräfte aus Eppelborn und zirka 50 Einsatzkräfte des Gefahrstoffzuges des Landkreises Neunkirchen waren am Samstag bei einer Gefahrstoffsonderübung auf dem Schulgelände in der St. Sebastian Straße im Einsatz. Angenommen wurde, dass es nach einer Explosion in einer Firma zum Abriss sowie zur Teilzerstörung der Produktionsanlage für Kunststoffe kam. Aus dem Leitungssystem wurde kontinuierlich ein Stoff freigesetzt. Die Art des Stoffes war wegen der wechselnden Produktionen zunächst nicht bekannt. Ein Schließen der Ventile war wegen der verbundenen Reaktoren vorerst nicht möglich. Zum Zeitpunkt der Explosion befand sich neben den 35 Mitarbeitern auch eine 15-köpfige Besuchergruppe im Betriebsbereich.

Gefahrstoffeinsätze sind für die eigens dafür geschulten Spezialkräfte nicht ungefährlich. Deshalb müssen die Einsätze gut durchdacht sein. Wenn der neutrale Beobachter am Samstag glaubte, die Rettungsaktion der Verletzten hätte viel zu lange gedauert, so hatte der Zeitanteil durchaus seine Berechtigung. "Gefahrstoffeinsätze sind zu komplex und unterschiedlich. Handwerklich hat die Übung sehr gut funktioniert. Die Menschenrettung und die Abdichtung der Leckage wurden korrekt durchgeführt. Die Rettungsaktion gestaltete sich sehr zeitintensiv, weil die Einsatzkräfte die Unglücksstelle nur mit Schutzanzügen betreten konnten", sagte Einsatzleiter Frank Schwan. Und das funktioniere nicht unbedingt im Minutentakt.

Kleinere Probleme gab es in der Kommunikation und der Abstimmung der rund 65 Einsatzkräfte. "Und genau diese Knackpunkte sollen bei solchen Übungen aufgedeckt werden", sagte Frank Recktenwald, der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Eppelborn. Bei der Übung mussten neben den Rettungsarbeiten und den Arbeiten an der Schadenstelle besonders im rückwärtigen Bereich umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden: Die Spezialkräfte richteten eine Dekontaminationsstelle ein, um die von der Chemikalie verschmutzten Einsatzkräfte zu reinigen, bevor sie aus den Schutzanzügen klettern konnten. Weiter musste eine Einsatzleitung eingerichtet werden, in der Führungskräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Gefahrstoffzuges tätig waren.

Quelle: Saarbrücker Zeitung