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Montag, 20.05.2013
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Frank Recktenwald
Top EINSATZBERICHT

Heftige Regenfälle: Pfingstfest fiel ins Wasser

Vorschau
Starke Regenfälle ließen Wasser durch Fundamente und Mauern dieses renovierten Bauernhauses dringen
Eppelborn. Viele Wehrleute hatten bereits seit Sonntag Abend immer wieder einen besorgten Blick auf den aktuellen Pegelstand der Ill geworfen: Zum Teil bis zu 13cm stieg dieser pro Stunde, und ein Ende des Regens war nicht absehbar. Als dann gegen 06:56 Uhr die Funkmeldeempfänger Alarm für die Einsatzkräfte aus den Löschbezirken Eppelborn und Bubach-Calmesweiler auslösten, war für alle klar, was für ein Einsatz auf sie wartete.

In der Bahnhofstraße drang Wasser durch die Fundamente und das Bruchsteinmauerwerk eines renovierten Bauernhauses. Zwar sind hier Pumpen für diesen Fall installiert, doch diese waren den großen Mengen an Wasser, dass sich durch das Erdreich einen Weg in den Keller bahnten, nicht gewachsen. Die Feuerwehr brachte zusätzliche Pumpen in Stellung, um weitere Schäden zu verhindern. Gemeinsam mit dem hauseigenen Architekten wurde die Standsicherheit des Gebäudes begutachtet und die weiteren Maßnahmen abgestimmt.

Der sonst eher beschauliche Wiesbach sorgte wenige Meter weiter für den nächsten Einsatz: Auch hier drang Wasser durch das Erdreich in den Keller einer Bäckerei ein und setzte die Räume unter Wasser.

Nach und nach gingen weitere Meldungen über weitere Einsatzstellen ein: Überflutete Straßen in Macherbach und ein umgestürzter Baum in der Straße "Im Fröschengarten" wurden der Feuerwehr gemeldet. Deshalb wurde um 09:28 Uhr die Arbeitsgruppe "Führungsstab" aus dem Löschbezirk Wiesbach alarmiert und eingesetzt, um die Einsätze und auch die Verpflegung der eingesetzten Kräfte zu koordinieren. Die ist auch eine Anforderung der Alarmzentrale und des Kreislagezentrums, dass eine einzige Ansprechstelle in der Gemeinde bei solchen Flächenlagen fordert.

Wehrführer Klaus Theis und sein Stellvertreter Christian Holz teilten sich die Aufgaben: Während Theis die Koordination der Einsätze im Führungsstab übernahm, kümmerte sich Holz um die Lageaufnahme an den Einsatzstellen vor Ort. Auch Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset wurde frühzeitig über die Lage informiert und erkundigte sich persönlich in Wiesbach über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Einsatzkräfte beim Auspumpen eines Kellers in der Bahnhofstraße
Bekannte Hochwasserörtlichkeiten in der Gemeinde wurde regelmäßig angefahren und kontrolliert. Dabei entdeckten die Einsatzkräfte, dass die Bahnstrecke der Illtalbahn im Bereich der Straße "Hanfgarten" auf einer Länge von rund 15 Metern überflutet war. Die Leitstelle der Bahn wurde daraufhin über die Gefahrenstelle informiert, um weitere Maßnahmen und gegebenenfalls eine Einstellung des Bahnverkehrs in die Wege zu leiten. Bei den Kontrollfahrten zeigte sich die Notwendigkeit von geländegängigen und watfähigen Feuerwehrfahrzeugen wie dem in Eppelborn stationierten Rüstwagen "RW 1", ohne den oftmals kein Durchkommen möglich gewesen wäre. Von diesen Fahrzeugen gibt es zur Zeit nur noch zwei Stück im ganzen Landkreis Neunkirchen.

Für die eingesetzten Feuerwehrleute waren die Einsätze nicht ohne Gefahren: Die Gefährdung durch elektrischen Strom in den überfluteten Kellern sowie die Infektionsgefahr durch austretende Fäkalien wurde durch die Führungskräfte vor Ort ständig beurteilt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen.

Löschbezirksführer Dr. Frank Schwan wurde zwischenzeitlich zu einem weiteren Einsatz in seiner Funktion als Fachberater Chemie des Gefahrstoffzuges nach Heinitz alarmiert: In dem Stadtteil der Kreisstadt Neunkirchen liefen auf dem Betriebsgelände einer Metallbaufirma Hydrauliköl und Bohrmilch in die Wassermassen, die sich ihren Weg durch die Werkhallen suchten.

Auch die Baustelle eines neuen Hauptsammlers in der Bahnhofstraße bereitete der Feuerwehr durch die direkte Lage zum Hochwassergeschehen Sorgen. Gemeinsam mit dem verantwortlichen Ingenieurbüro und der beauftragten Baufirma wurde eine Ortsbegehung zur Lageeinschätzung durchgeführt.

Der Pegel des sonst so friedlichen Wiesbach stieg auf ein bedrohliches Niveau an
Nicht nur in Eppelborn sorgten die steigenden Pegel für Einsätze. Deshalb wurde um 10:00 Uhr im Landratsamt der "Stab für außergewöhnliche Ereignisse" unter der Leitung von Kreisbrandinspekteur Werner Thom einberufen. Es war der erste Einsatz für diesen neuen Stab, dem auch die Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheide beiwohnte.Von diesem Zeitpunkt wurden nun alle Einsätze der Wehren im Landkreis und des Technischen Hilfswerks gemeinsam mit der Rettungsleitstelle von Ottweiler aus koordiniert.

Eine Bewährungsprobe hatte auch das neu in Betrieb genommene Digitalfunknetz zu bestehen. Doch gab es bis auf kurzzeitige Netzprobleme keinerlei besonderen Vorkommnisse zu vermelden. Es zeigte sich jedoch, dass für die dynamische Gruppenzuweisung durch das Lagezentrum in Ottweiler noch weitere Absprachen notwendig sind.

Ein Fahrzeug aus dem Löschbezirk Bubach-Calmesweiler stand bis gegen 14:45 Uhr für weitere Einsätze im Kreis in Bereitschaft, wurde aber nicht angefordert.

Im ganzen Kreis Neunkirchen und auch in den benachbarten Landkreisen waren die Feuerwehren bis in die Abendstunden im Einsatz. Für die Einsatzkräfte aus dem Löschbezirken der Gemeinde Eppelborn waren die Einsätze bis gegen 17:30 Uhr abgearbeitet. Insgesamt waren 87 Kräfte der Feuerwehr Eppelborn im Einsatz, kreisweit kämpften rund 200 Helfer von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und DLRG gegen die Fluten.

Alle hier gemachten Angaben erfolgen ohne Gewähr!
Die hier veröffentlichten Angaben geben den Sachverhalt vereinfacht wieder. Sie können von den Angaben im Einsatzbericht abweichen und haben daher keine rechtliche Aussagekraft. Als einziges amtliches Dokument dient nur der schriftliche Einsatzbericht des Einsatzleiters.
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