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Donnerstag, 02.07.2009
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Frank Recktenwald
Top EINSATZBERICHT

Gefahrstoffeinsatz nach Chlorgasalarm im Hallenbad in Eppelborn

Bild: Gefahrstoffeinsatz nach Chlorgasalarm im Hallenbad in Eppelborn

Eppelborn. Als am Morgen des 02. Juli 2009 die ersten Badegäste zum Hallenbad in der Eppelborner Hellbergstraße kamen, staunten sie nicht schlecht: Zahlreiche Einsatzfahrzeuge von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei standen dort, Absperrband hinderte am Zugang zu dem Gebäude. Ein Gefahrstoffeinsatz am Schwimmbad, konnte man von den Einsatzkräften erfahren.

Was war passiert? Eine automatische Überwachungsanlage, die mit speziellen Fühlern die Chlorkonzentration im Lagerraum überwacht, hatte austretendes Chlorgas gemeldet. Bereits seit 03:00 Uhr in der Nacht waren in unregelmäßigen Abständen immer wieder Meldungen über einen Chlorgasaustritt in der Leitzentrale aufgelaufen.

Insgesamt mehr als 30 Meldungen wurden gezählt, die jeweils nur Sekundenbruchteil anstanden. Nachdem gegen 05:30 Uhr die Meldung dann dauerhaft anstand, entschied der Mitarbeiter der Leitzentrale, die Feuerwehr zur Örtlichkeit zu alarmieren.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte waren keine optischen Hinweise auf einen Chlorgasaustritt zu entdecken. Auch der typisch intensive Chlorgeruch konnte nicht festgestellt werden. Trotzdem wurde das Gelände weiträumig abgesperrt und veranlasst, dass Personen mit einem Schlüssel zu dem Gebäude benachrichtig werden. Ebenfalls abgesperrt wurde der Zugang zum Hallenbad.

Der Einsatzleiter forderte das ABC-Erkundungsfahrzeug des Landkreises Neunkirchen aus Wustweiler an, das über die notwendige Meßtechnik verfügt. Auch die Führungsgruppe des Gefahrstoffzuges machte sich auf den Weg zur Einsatzstelle. Inzwischen war auch ein Techniker der Firma, die die Anlage betreut, vor Ort eingetroffen. Gemeinsam wurde eine Einsatzleitung gebildet und das weitere Vorgehen geplant.

Da keine unmittelbare Gefährdung bestand, wurde auf die Bademeisterin, die über einen Schlüssel zu dem Objekt verfügt gewartet. Ein mit Atemschutzgeräten ausgerüsteter Trupp konnte dann in den Gaslagerraum vorgehen und die Räumlichkeiten kontrollieren. Zum Niederschlagen von etwaigen Chlordämpfen wurde ein Strahlrohr mitgeführt. Die dabei durchgeführten Messungen mit Prüfröhrchen zeigten kein Vorhandensein von Chlorgas in der Luft. Auch im Bereich der Technikräume ergaben die Messungen keinen Nachweis für Chlor.

Der Betreiber wurde über die Ergebnisse der Messungen informiert. Es wurde empfohlen, die Anlage durch eine Wartungsfirma überprüfen zu lassen. Während des gesamten Einsatzes stand die Besatzung eines Rettungswagens zur Absicherung der eingesetzten Mannschaft bereit. Nachdem die Anlage wurde dem Betreiber und der Polizei übergeben wurde, konnten die Einsatzkräfte gegen 07:00 Uhr wieder in den Standort einrücken.

"Information:
Chlor ist bei Raumtemperatur ein gelbgrünes Gas, das bei 0 °C etwa 2,5 mal so schwer wie Luft ist. Es wirkt als Gas vorwiegend auf die Atemwege. Bei der Inhalation reagiert es mit der Feuchtigkeit der Schleimhäute unter Bildung von Salzsäure. Dadurch kommt es zu einer starken Reizung der Schleimhäute, bei längerer Einwirkung auch zu Bluthusten und Atemnot, sowie Erstickungserscheinungen. Bei höheren Konzentrationen kommt es zur Bildung von Lungenödemen und starken Lungenschäden.

Chlor ist nicht brennbar, kann jedoch mit vielen Stoffen stark reagieren. So besteht beim Kontakt von Chlor mit Wasserstoff, Kohlenwasserstoffen, Ammoniak, Aminen, Diethylether und einigen anderen Stoffen Explosionsgefahr.

Chlor kommt im Schwimmbadbereich zum Desinfizieren des Badewassers zum Einsatz.

Alle hier gemachten Angaben erfolgen ohne Gewähr!
Die hier veröffentlichten Angaben geben den Sachverhalt vereinfacht wieder. Sie können von den Angaben im Einsatzbericht abweichen und haben daher keine rechtliche Aussagekraft. Als einziges amtliches Dokument dient nur der schriftliche Einsatzbericht des Einsatzleiters.
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